Donnerstag, 7. Juni 2018

Die mit dem Hund rennt.


Um eines vorwegzunehmen: Ich mag Hunde. Sehr sogar. Wir hatten selbst mal einen, und weil ich damit ja quasi Ex-Hundehalterin bin, kann ich behaupten: Es ist nicht der Hund an sich, mit dem ich ein Problem habe, sondern mit den Herrchen. Lasst es mich erklären …

Schon immer laufe ich am liebsten im Wald oder Park bevorzugt da, wo außer mir sonst keiner ist. Nun, mir ist klar dass das mitten in der Stadt mehr Traum als Wirklichkeit ist. Laufe ich nicht gerade zu Stoßzeiten, kommt es aber gar nicht so selten vor, dass mir auf meiner Lieblingsstrecke tatsächlich niemand begegnet. Niemand – außer Hunde mit ihren Haltern. Weil auch die offenbar den gleichen Traum träumen, scheinen sie davon auszugehen, dass sie während der Gassirunde im tiefsten Wald niemanden treffen werden. Also lassen sie ihre Hunde frei laufen. Und zack, da is’ er: der klassische Läufer-Hund-Konflikt. 

Im letzten halben Jahr passierte unzählige Male Folgendes:
Ich am Laufen, stürze mich den steilen Hang vor der Heide hinab (es ist meine Lieblingsstelle, an der man ordentlich Speed gewinnt). Jedes Mal ist es ein bisschen so, als flöge ich und das fühlt sich gigantisch an! Gleichzeitig ist mir bewusst, dass es mit einer kleinen Unaufmerksamkeit zu einem halsbrecherischem Unternehmen werden kann. Also konzentriere ich mich maximal – hab den Boden im Blick, den Weg vor mir und dann – shit: Frau mit Mini-Hund ohne Leine. Der Hund so: Geil, da kommt jemand, der will mit mir spielen, warte, den schnapp ich mir. Zack, Mini-Hund hechtet Läuferin hinterher …

Läuft es gut für mich, komm ich einfach so an beiden vorbei. Läuft es schlecht für mich, rennt mir der Hund zwischen die Füße und ich stolpere (gefallen bin ich durch Hundeeinfluss glücklicherweise noch nie). Läuft es schlecht für mich, ist es kein Mini-Hund, sondern ein recht großer, der an mir hochspringt und mir seine Krallen ins Bein haut (2x passiert, einmal ging‘s blutig aus – für mich). Läuft es schlecht für mich, begleitet mich der Hund ein, zwei Kilometer, während der Besitzer panisch hinter ihm herschreit. Auch nicht so cool, wenn man entspannt beim Laufen runterkommen will. 

Weil das so oder so ähnlich immer häufiger passiert, habe ich mir Folgendes ausgedacht. 
  1. Beim nächsten Mal pack ich mir den Mini-Hund unter den Arm und nehm ihn mit. Selbst Schuld, Hundebesitzer. Hätteste mal besser aufgepasst. 
  2. Beim nächsten Mal laufe ich mit Leine und werfe sie dem Besitzer im Vorbeirennen zu. So als Wink mit dem Zaunpfahl quasi. 
  3. Beim nächsten Mal, laufe ich – mit Gepard an der Leine. Nur so als Warnung.

P.S.: 
Liebe Hundebesitzer, es bringt übrigens auch nichts, wenn der Hund an einer flexiblen, ausziehbaren Leine geführt wird und er trotzdem an mir hochhechtet. Wie wär‘s damit: Ihr versucht einfach mal ein klein bisschen aufmerksamer zu sein, checkt häufiger die Lage um Euch rum und haltet den Hund, einfach mal eben schnell fest, wenn ich komme? Oder liegt es an mir: Bin ich zu schnell? Echt jetzt? Also damit könnt ich ja leben … 😉