Freitag, 28. Januar 2011

Die spinnen doch!

Es fehlen: die vielen kleinen Schweißseen.
Also ehrlich! Welcher verwirrte Kopf denkt sich so was aus: ein Rad. Aber es fährt nicht. Und richtig cool sieht es auch nicht aus. Außerdem hat’s keine Bremsen. Dafür besticht es aber durch einen brutal unbequemen Sattel. Und es ist ausschließlich für die Nutzung in geschlossenen (!!) Räumen gedacht. Wenn das nicht merkwürdig ist – Leute, bitte! Aber das Allermerk-würdigste ist: es funktioniert. Es zwängen sich zig Leute immer und immer wieder freiwillig in einen engen, oft fensterlosen Raum, um auf diesen fiesen, stationären Drahteseln für 60 Minuten und mehr Platz zu nehmen. Sie lassen sich so mir nichts, dir nichts aufs Indoorcyclen ein! Hardcore. Quälen sich gedachte Berge hoch und lassen sich gefühlt wieder von ihnen runterrollen. Real schwitzen sie dabei wie die Bekloppten (nun, ein bisschen sind sie’s …). Und zwar so sehr, dass sie binnen weniger Minuten von einem kleinen See aus Schweiß umgeben sind. Ein Schweißsee, in den sie springen, wenn sie von ihrem Spinning-Bike wieder absteigen. Fast so wichtig wie das Rad selbst, ist dabei die Musik. Leider kann man sich die nicht einfach so aussuchen, sie wird ausgesucht. Vom Instructor. Der leitet die Gruppe an, gibt den Takt vor und damit auch die Trittfrequenz. Und irgendwie haben alle Spinning-Instruktoren dieser Erde ein Faible für Trance und merkwürdige Elektro-Remixes (Hörproben der angeblich besten: Song 8 und 20 sind besonders toll – um mich in den Wahnsinn zu treiben). Sicher ist: Ist die Musik mies, bist Du es auch. Ich weiß das. Weil immer, wenn ich mich auf ein Spinning-Bike wage, bin ich mehr als mies. Ich bin grottig. Und es KANN nur an der Musik liegen. Warum sonst fällt es mir so wahnsinnig schwer, das höllische Brennen in den Beinen zu ignorieren, wenn ich mich diesen eh nicht vorhandenen Berg hochquäle? Und warum sonst, ringe ich so sehr um Atemluft? Ich bin doch sonst so wahnsinnig trainiert! Wie kann das sein, dass ich hier fast von den Pedalen stürze? Ich wette, es ist der Geist von Marcos Rodriguez & Charly F (Song 8 …) die mir das Leben auf dem Bike so schwer machen. Und all die anderen Interpreten. Am Ende einer Spinning Class (hätte ich eine andere Hautfarbe, würde man spätestens da meine wilden hektischen roten Flecken im Gesicht erkennen) steige ich vom Rad. Und tappe geradewegs in meinen beachtlichen Schweißsee. Ich bin jedes Mal wahnsinnig stolz. Dass ich das überlebt hab. Mit der Musik. Gibt es eigentlich auch Indie-Rock-Cycling-Kurse? Oder wie wär‘s mit Funk? Für Hinweise bin ich sehr dankbar!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hahaha... ja wohl wahr, ich finds auch immer wieder total bekloppt sich in diesen kleinen raum mit 20 anderen zu zwängen und zu strampeln und zu schwitzen was das zeug hält. vorallem sind diese rennrad fuzzies doch irgendwie ein volk für sich aber nunja was will man machen. Die Musik muss ich sagen geht bei dem kurs den ich mache eigentlich immer einigermassen von rock bis house alles mal dabei!

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Das Bekloppte ist ja: Es macht trotz allem sehr viel Spaß! Offensichtlich hab ich wohl immer die falschen Kurse belegt … Denn das mit der Musik – nee, nee, das geht so echt nicht weiter …