Freitag, 21. Januar 2011

Willst Du mit ihr gehen?

Timeless Beauty in Steingrau –
das Alter sieht man ihr nicht an.
Dschungelcamp. Beth Ditto. Dieter Bohlen. Winter. Kinderschokolade. Es gibt Dinge, zu denen kann man sich nie ganz bekennen. Aber sich von ihnen distanzieren geht irgendwie auch nicht. Solche zutiefst ambivalenten Gefühle empfinde ich für die Jogginghose. Ich meine: Bequem ist sie. Das kann keiner bestreiten. Aber schön? Schön ist sie nicht. Vor allem nicht von hinten (habt Ihr Euch je in Jogginghose von hinten im Spiegel angeschaut? Macht das mal – aber sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt!). Nun gut, vielleicht gibt es da auch Unterschiede. Ich hab ja ein Exemplar, das mich begleitet, seit ich 13 bin (und ich schwöre, das ist wahr!). Auch wenn ich diese Jogginghose nie sonderlich mochte (falsche Marke …), so kommt sie doch immerhin beim Putzen zum Einsatz. Meine Mutter hat sie mir einst ungefragt mitgebracht. Vielleicht für den Sportunterricht – ich weiß es nicht mehr. Aber selbst heute noch ist die Hose so ausladend weit, dass ich damals beim Völkerball eine ziemlich gute Trefferfläche geboten hätte. Joggen war ich allerdings noch nie mit ihr. Überhaupt: Wer geht heute eigentlich noch in Jogginghose joggen? Man „joggt“ ja ohnehin nicht mehr. Höchstens mit dem Gehirn. Heute läuft man, weshalb auch alle passend dazu Laufhosen tragen. Als man damals (in den 80ern) noch in Jogginghose joggte – so entspannte zehn Minuten um den Block – da wurde es einem auch höchstens ein bisschen warm. Richtig geschwitzt hat man da doch nicht. Darum konnte man auch locker dicke Baumwollhosen tragen. Wer allerdings heute ambitioniert in Jogginghose laufen würde, hätte ein ernsthaftes Problem. Nicht nur, dass man sich leicht in den Hosenbeinen verfangen kann. Was ist bei Wind? Da bläht sie sich auf wie ein Ballon. Oder bei Regen? Da saugt sie sich voll, wird schwerer und schwerer, bis sie einem irgendwann in den Kniekehlen hängt. Ich bin sicher, dass dies wesentliche Gründe dafür sind, weshalb das gute Baumwollstück inzwischen anderweitig in Gebrauch ist. Beim Putzen. Chillen, Feierabend einläuten, Autowaschen, Randale machen, Bankdrücken, nach dem Schlussmachen, beim Trainersein – aber niemals beim Joggen. Und weil der Hip-Hop auch schon bessere Zeiten gesehen hat, führen Jogginghosen heute ein recht tristes Underground-Dasein. In Hamburger Stadtteilen wie Wilhelmsburg, Harburg oder Billstedt zum Beispiel. Auch in Erfurt Nord. Oder in Fitnessstudios. Oder in den eigenen vier Wänden, wo keiner gucken kann. Aber heute, heute ist ihr großer Tag: der zweite internationale Tag der Jogginghose. Gebt ihr die Chance aus ihrem ambivalenten Schattendasein kurz mal heraustreten zu dürfen: Geht mit ihr aus! (Und vergesst das mit dem Von-hinten-im-Spiegel-angucken).

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Also das schicke Shirt macht die Hose ja mal wieder voll wett. Hatteste kein Unterhemd im Schrank ;)

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Das ist gar kein schickes Shirt!
Es ist ein Chill-Shirt – also schon auch eine Art von Unterhemd …

Happy hat gesagt…

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