Freitag, 5. August 2011

Halloheyhinawieismoinallesgut?

Wie ist das eigentlich mit dem Grüßen? Grüßt man alle, die man kennt? Oder die, die man kennt, aber auch mag? Oder einfach aus Prinzip grundsätzlich niemanden? Immer, wenn ich darüber ins Grübeln gerate, fällt mir eine ganz besondere Szene aus einem meiner Lieblingsfilme ein. Ich könnte sie immer und immer wieder sehen, ehrlich! Nicht nur, weil sie cineastisch ziemlich großartig gemacht ist, sondern auch, weil sie täglich so oder so ähnlich bestimmt hunderttausendmal passiert. Und davon fünfzigtausendmal vermutlich im Fitnessstudio.




Man kommt so unbedarft reingeschlendert. Alles ist fein. Und dann ist da irgendwo ein Flur. Immer. Egal in welchem Studio. Ein Flur, der kurz genug ist, um zu erkennen, wer auf einen zukommt. Ein Flur, der aber auch lang genug ist, um sich herrlich viele Gedanken machen zu können, wie man diesen Menschen, der einem gerade entgegenkommt, nun begrüßen soll. Schließlich kennt man sich. Wenn auch nicht sonderlich gut. Neulich hat man kurz gesprochen, weil man zufällig im gleichen Pilateskurs war. Aber dann gab’s ja auch diesen einen Zwischenfall in der Umkleidekabine, als man selbst so rumgepöbelt hat, weil der eigene Spind mal wieder mit fremden Dingen zugestellt war und man nicht schnell genug rankonnte. Was sagt man da jetzt? „Hallo?“ Man könnte auch nur nicken und freundlich lächeln. Oder ein höfliches „Na, wie geht’s?“ verlauten lassen. Oder ist das schon zu viel? 
Es sind nur Sekunden, die man aufeinander zugeht. Aber die Gedanken rasen wie bekloppt und dann läuft man aneinander vorbei und sagt meist – nichts. Schade. Denn gerade damit kann man sich ganz schön reinreiten, wie mir kürzlich klar wurde. Das kann in eine über Jahre hinweg gehegte Sprachlosigkeit führen. Neulich fragte ich nämlich einen bekannten Mitsportler: „Du, sag mal, der Trainer XY, der mag mich nicht besonders, oder?“ – „Wieso fragst Du?“, „Na, er scheint mir immer aus dem Weg zu gehen und schaut mich auch bewusst nicht an, so dass ich nicht die leiseste Chance habe, ihn mal anzulächeln geschweige denn, was zu sagen. Ist doch komisch …“ – „Na, also er meinte mal, Du hättest ihn nicht gegrüßt!“ – Ich hab ihn nicht ge-, was? Ich bin erschüttert, als ich das erfahre, denn eigentlich ist der Trainer, um den es ging, ein ganz sympathischer Typ und er wird nun nie erfahren, dass ich ihm in Wirklichkeit freundlich gesonnen bin. Weil ich es irgendwann einmal versäumt habe, ihn zu grüßen! 
Gut. Ich habe verstanden. Am besten, ich mach das künftig so wie die Busfahrer, die Biker oder eben wie die Läufer: Ich hebe einfach kurz die Hand zum Gruße. Oder – da käm es auf einen Versuch an – ich sag einfach das, was mir als erstes in den Sinn kommt, und sei es ein völlig wirres Konglomerat aus Worten. So was wie Halloheyhinawieismoinallesgut? Mal gucken, wie das ankommt. Aber Bei Heinz Wäscher (mit ä) und dem Dödel ging das ja auch. Irgendwie.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was bin ich froh, dass ich Läufer bin. Da sind die Regeln ganz einfach: an der Alster grüßt man nur Bekannte, auf allen anderen Strecken eigentlich fast jeden :-)

So, und nun rate wer das schrieb.

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Ach, schau an. Das wusste ich nicht. Schön, wieder eine neue Läuferregel gelernt zu haben. Ich schau mal, ob ich mich dran halte – bei gutem Wetter hat man dann ‘ne Menge zu tun :o)

Ich habe eine leise Ahnung …

Anonym hat gesagt…

Hallo,

ich laufe generell mit Mucke im Ohr. Manchmal, wenn es mich mitreißt, singe ich mit. Mal laut mal leise, je nach Textsicherheit. Du glaubst nicht, wie oft andere denken, ich grüße sie und freundlich zurückgrüßen. Find ich gut.

MsG
dgHA

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Cool. Ich schmeiß „Rage against the machine", „Metallica" und „Bodycount" aus meiner Laufsongliste und dann probier ich das auch mal.
Danke für diesen Tipp!