Dienstag, 1. November 2011

Der Kampf im Kopf.

Manchmal sind es simple Tricks,
die motivieren …
Der Herbst ist ein Arschloch. Denn ich will nicht. Dabei will ich immer. Nur jetzt plötzlich nicht mehr. Aus bekannten Gründen, die das Arschloch zu verantworten hat: November. Kalt. Ungemütlich. Düster. Ihr kennt das doch, oder? (bitte sag einer „ja“ …) Statt begeisterte Lauflust, sind da nur zügellose Fressflashs. Ich kämpfe mit mir selbst, bevor ich überhaupt eine Chance habe, in die Sportklamotten zu kommen. Aber nachher sagen zu müssen, ich wollte, aber ich bin nicht, finde ich beschämend. Das gibt mir ‘nen Tritt in den Hintern. Und: Wie soll ich Euch motivieren, wenn ich selbst unmotiviert bin? Eben. Das gibt mir den zweiten Tritt in den Hintern, der mich tief in die Trickkiste greifen lässt. Ich hole meinen Motivationsplan hervor. Der Motivationsplan sagt: Schalte Deinen Kopf aus und mach nur das, was auf dem Plan steht. Ich gehorche. Nummer eins: Kauf neue Sportklamotten! Mein Kopf (er ist ausgeschaltet) will da plötzlich laut mitreden. Vergiss es, ich lass dich nicht! Und so ziehe ich los in den schönsten Sporttempel, den ich kenne. Kaufe die grell blaueste Laufjacke, die die Welt je gesehen hat, neue Laufhosen dazu und hänge mir beides gut sichtbar mitten in die Wohnung. Der Kopf meldet sich etwas schüchtern und sagt „Hey, ich will das anziehen!“ Ruhe, ruf ich. Weiter im Plan. Nummer zwei: Keine Schokolade! „Was, spinnst du?“, der Kopf tickt fast aus. Lass mich doch erst mal weiterlesen im Plan. Nummer zwei: Keine Schokolade, wenn du nicht läufst! Der Kopf entspannt sich wieder. Und ich schau vorsichtshalber noch mal in den Schrank, ob genügend Schokolade da ist. Ja. Klar. Und wenn ich jetzt loslaufen würde, könnt ich gleich anschließend hier noch was platt machen. Chili-Kirsch. Oder die andere da. Gibt ja genügend. Oh, das wär toll. Nicht ablenken lassen. Nummer drei: Sei cool und mach das anders als die anderen! Lass Dir was einfallen. Ab sofort läufst du immer mit zwei verschiedenen Socken. Nur in Shorts. Nur bei Regen. Nur mit Stirnband. Du singst oder summst die ganze Zeit mit (das ist gut, hindert Dich nämlich daran, zu schnell zu laufen). Oder: Dafür entscheide ich mich, laufe, während alle anderen „Bauer sucht Frau“ gucken. Nummer vier: Nimm was mit auf den Weg, was Du gerne hast! Deine Lieblingsmusik, Dein Lieblingshörbuch, Dein Lieblingssportkumpan, Dein Hund. Nummer fünf: Denk nicht drüber nach, mach einfach! Yogastunde, Schwimmen, Intervalltraining, Studio? Pack die Sachen und GEH los! Nummer sechs: Klopf Dir auf die Schulter, wenn Du’s geschafft hast! Das war groß. Du hast gerade Deinen Körper wachgerüttelt, für regen Sauerstoffaustausch gesorgt, die Zellen erfrischt und Deine Muskeln eingesetzt. Wenn das keine lobenden Worte wert sind, weiß ich auch nicht. Nummer sieben: Du kannst Deinen Kopf jetzt wieder einschalten, aber sorg dafür, dass er mitzieht und nicht zu Deinem Gegner wird. Wenn doch, dann greifst auf Nummer acht zurück. Nummer acht: Mail mir! diana.dua@koerpergold.de. Ein paar Tricks hab ich da noch auf Lager. Aber sorry, ich muss los, dem Arschloch Herbst in den Hintern treten.

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