Sonntag, 12. April 2015

FIBO 2015 – die wahnwitzige Welt der Fitness.


Die FIBO in Köln ist die größte Fitnessmesse der Welt. Wenn man einmal dort war, bestätigt sich der Verdacht, den man lange Zeit ohnehin schon heimlich hegte: Die Fitnesswelt ist irgendwie ziemlich durchgeknallt.


Die Besucher
Das Wetter ist eigentlich viel zu schön, um den ganzen Tag auf einer Messe abzuhängen. So schön, dass viele männliche Messebesucher dies zum Anlass nehmen, ihren gestählten Oberkörper freizulegen. Muskeln & Tatoos kommen zum Vorschein – eine gefährliche Mischung, denn der Grat zwischen ästhetisch und hässlich ist bei beidem ein recht schmaler. So bekomme ich an diesem Tag eine Menge extreme zu sehen. 


Die Muskelprotze


Rebecca in Action – wunderschön anzusehen.
Zu den extrem Muskelbepackten gehört sicher auch Rebecca Barthel – Personal Trainer und Presenter auf der FIBO. In Halle 9 an der Perform-Better-Bühne überzeugt sie alle davon, dass sie ordentlich für Stimmung sorgen kann. Mit SOCCACISE® bringt sie die Teilnehmer ganz schön ins Schwitzen. Zugucken macht aber auch Spaß – ich kann eigentlich nicht weggucken, wenn Rebecca ihre Muskeln spielen lässt. Kurz zuvor bin ich mit ihr auf der Toilette zusammengestoßen und einen winzigen Moment lang hatte ich Angst, dass sie mich verprügeln würde. So viele Muskeln schüchtern ein. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Faszination, Respekt und dem Gefühl, dass ein paar weniger Muskeln vielleicht doch schöner wären an dieser Frau, die genauso groß ist wie ich aber zweimal so breit. Als sie mir nach dem Zusammenstoß mit mir ein Lächeln schenkt und sich entschuldigt, bin ich erleichtert. Ich beschließe, mal wieder an meinem Muskelaufbau zu arbeiten – und meinen Vorurteilen. Was irgendwann vermutlich erneut daran scheitern wird, dass meine Liebe zum Laufen so wahnsinnig groß ist und sich zu viele Muskeln mit den langen Läufen einfach nicht vertragen. Ein Glück. Vielleicht.

Die Trends
i-body ist einer von vielen
 Fitnesstrackern
Tecnobody stellte hochinteressante Geräte vor – sie sind insbesondere für Reha-Zwecke geeignet
Zumba ist (zu meinem Leidwesen) nicht totzukriegen. Auch sich selbst zu vermessen ist nach wie vor ein ungebrochener Trend in der Fitnesswelt. So gibt es neben den ganzen Wearables auch Laufbänder, die die Bewegungen des Körpers erfassen. Auf einem Display erkennt der Läufer seine Abweichungen von Normbewegungen und kann so effektiver an seiner Lauftechnik arbeiten. Nicht schlecht, wenn man überlegt, wie viele Freizeitläufer sich aufgrund mangelnder Technik ihre Gelenke kaputtlaufen.
Gebogene Laufbänder, die man mit der eigenen Laufkraft antreibt, fand man sehr häufig. 


Auch Functional-Training-Cubes sind absolut im Kommen. Außerdem in: Slashpipes und alles sonst rund ums Functional Training: KettlebellsFunctional-Training-CubesSchlingentrainer oder Power-Ropes


Einen solchen Trainings-Cube hätte ich gerne zu Hause.
Ein Trend, der mehr und mehr die Runde macht und den ich persönlich für ausgesprochen wichtig halte ist das Functional Movement Screening (FMS). Durch sieben simple Tests werden Sportler oder alle, die es künftig sein wollen auf mögliche Dysbalancen hin durchgecheckt. Erst wenn die Schwachstellen gefunden sind, der Sportler gezielt daran arbeiten kann und sie letztlich verbessert hat, startet das richtige Training, der Muskelaufbau, das Schnelligkeitstraining. In den meisten Fitnessstudios findet zwar immer ein Eingangscheck statt, der zielt aber leider meist nicht darauf ab, funktionelle oder muskuläre Dysbalancen aufzudecken. Und so trainiert der unerfahrene Einsteiger dann mit kompetenten Trainingsplänen, erreicht vielleicht auch irgendwann seine Ziele, hat aber auf dem Weg dorthin, seine Gelenke verschlissen und seine Dysbalancen sogar noch verstärkt. »First move well, than move often« – so ein Zitat von Gray Cook, Physiotherapeut und Trainer, der das FMS mit auf den Weg gebracht hat. Ein Diagnosetool, das ambitionierte Sportler und Trainer heutzutage unbedingt nutzen sollten. Buchtipp hierzu: »Der perfekte Athlet« von Gray Cook.  

  Sascha lässt sich von Silvester Neidhardt (Die Sportlereieinmal screenen

Das Fazit
Die Fibo – ein Spielplatz.
Alles ausprobieren.



Für Sportinteressierte ist die FIBO definitiv spannend. Den Besuch hab ich nicht bereut, auch wenn ich dadurch das tolle Wetter verpasst habe. Ich hab viel mitgenommen, tolle Begegnungen (und am Ende leider Reizüberflutungskopfschmerzen) gehabt. Bei nächster Gelegenheit werde ich meine alten Muscleshirts raussuchen. Und für alle, die in naher Zukunft einen Besuch bei der nächsten Fibo planen, ich hab einen Tipp für Euch, damit Ihr's gut durch den langen Messetag schafft: Nehmt unbedingt einen Schokoladenkuchen mit!


Sascha voll in seinem Element. Schokolade als Nervennahrung,
um die Messe unbeschadet zu überstehen, war keine schlechte Taktik von uns.

1 Kommentar:

Daniel | Sports-Insider hat gesagt…

Ich war in diesem Jahr zum ersten Mal auf der FIBO und es ist echt eine ganz eigene Parallelwelt. Besonders die FIBO Power fand ich krass, wo man sieht, wie viele Leute es gibt, die auch gnadenlos durchziehen!