Montag, 14. März 2016

5 Zeichen, an denen Ihr den perfekten Lauf erkennt.

Sagt, kennt Ihr eigentlich auch diese Arschlochtage, an denen man sich nicht zwischen kleinkindlichen Wutanfällen und manisch-depressiven Heulsalven entscheiden kann? Kommt, bitte sagt ja. Mir zu Liebe. 
Zurzeit arbeite ich für Schreibgold an einem ziemlich umfangreichen Projekt. Ein Projekt, das meine Disziplin zuweilen auf eine echt harte Probe stellt. Um mein mir sehr blauäugig gesetztes Ziel zu erreichen, müsste ich eigentlich so 10–12 Stunden schreibend vorm Rechner sitzen. Völlig utopisch. Mir ist selbst nicht so klar, weshalb ich mir unerreichbare Ziele setze, aber ich will und will nicht davon abkommen. Frust ist vorprogrammiert.

Ich schreibe und schreibe und schreibe. Und dann stürzt plötzlich der verdammte Rechner ab. Gerade als es so richtig gut läuft. Also mach ich das Ding aus und wieder an und lasse nichts unversucht, das Unvermeidliche doch noch zu vermeiden. Aber nix. Ein Großteil der Arbeit von einer Stunde ist weg. Einfach so. Ich schreie kurz und werfe Stifte durchs Zimmer danach versuche ich auf Teufel komm raus noch mal alles Wort für Wort zu rekonstruieren. Natürlich klappt es nicht. Ich atme tief durch und versuche sachlich zu bleiben:

Ich kann jetzt also a) in Tränen ausbrechen, wütend werden und durchdrehen. Aber ich kann auch b) einfach meine Laufsachen anziehen und wegrennen. Ich entscheide mich für b) und die härteste Aggromucke, die meine Playlist so hergibt. Schon bin ich weg.

Ich vergesse den Computerabsturz. Ich vergesse den Arbeitsberg und verliere mich völlig in angenehme Gedanken (nach ein paar Kilometern wechsle ich die Playlist übrigens wieder). Als kurz die Realität wieder zu mir durchdringt, stelle ich fest: Oh, ich bin echt ziemlich schnell unterwegs. Und dann: Was? Liegt dieser eine fiese Anstieg schon hinter mir? Ich überwinde 266 Höhenmeter ohne es richtig mitzubekommen. Meistens prügle ich mich immer die Hänge hoch und japse nach Luft, heute hab ich davon nix bemerkt. Und dann, ohne Vorwarnung auch noch das: Ich hab plötzlich die eine zündende Idee, die mir für meine neuen Körpergold-Pläne noch gefehlt hat. Ich kann's kaum glauben, bin völlig beflügelt und vergesse fast die Abzweigung, die mich wieder in Richtung zu Hause führt. Was soll ich sagen? Ich habe gerade den besten Lauf seit Langem absolviert – an einem echten Arschlochtag, der dann gar nicht mehr so arschig war.




Für uns Läufer halte ich also fest:

Die 5 Zeichen, an denen wir den perfekten Lauf erkennen

1.
Wir vergessen beim Laufen einfach alles, was um uns herum passiert und fangen an zu träumen.
2.
Wir sind wahnsinnig schnell und haben unsere persönliche Bestzeit übertroffen.
3.
Mitten im Lauf haben wir eine grandiose Idee.
4.
Mitten im Lauf sehen oder erleben wir etwas ganz Wunderbares (z.B.: Zwei Rehe kreuzen den Weg, den coolsten Regenbogen ever, den Sonnenuntergang, den Sonnenaufgang, eine neue Freundschaft, das Ziel …)
5.
Jackpot – all diese Dinge passieren auf einmal!

(6. Wir waren lange verletzt, krank oder schwanger und haben nach einer gefühlten Ewigkeit wieder unseren ersten ordentlichen Lauf absolviert)


Auf dass wir möglichst viele dieser perfekten Läufe haben und damit jedem Arschlochtag das Fürchten lehren! 

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